Was schicke ich an einen Verlag? Was ist ein Exposé?

Was schicke ich an einen Verlag? Was ist ein Exposé?

Wer für einen Ratgeber oder ein Sachbuch einen Verlag sucht, ist gegenüber Romanautoren in einem Punkt deutlich im Vorteil: Er muss für sein Exposé nicht schon das ganze Buch fertig haben. Es genügen ein Exposé und eine repräsentative Schreibprobe.

Die Schreibprobe ist Teil des Exposés

Hierfür reichst du natürlich einen Text ein, den du besonders gelungen findest, idealerweise über eines der Themen, mit dem sich dein Ratgeber bzw. Sachbuch beschäftigen wird. Vielleicht hast du ja schon das eine oder andere Kapitel geschrieben. Es empfiehlt sich nicht, die Einleitung als Probetext für das Exposé zu nehmen, denn das, was in der Einleitung steht, brauchst du für die Beschreibung des Inhalts. Nimm dir die Zeit, den Text von einem Rechtschreibprogramm prüfen zu lassen, mache Absätze, füge Zwischenüberschriften ein und lass auch noch eine Freundin oder einen Bekannten darüber lesen.

Das Exposé für einen Ratgeber oder ein Sachbuch

Ein Buchkonzept kann recht unterschiedlich aussehen, aber bestimmte Teile sollten immer darin enthalten sein und folgende Fragen beantworten:

  • Worüber willst du schreiben?
  • Wovon wird dein Ratgeber bzw. Sachbuch handeln?
  • Wer bist du? Warum bist du ein Garant dafür, dass dieses Buch ein Erfolg wird?
  • Wer soll das Buch kaufen? Wen sprichst du an?
  • WELCHES PROBLEM LÖST DU FÜR DEINE LESER? Ganz wichtiger Punkt!
  • Wie ist das Buch aufgebaut?
  • Welche Themen/Kapitel sind in deinem Ratgeber bzw. Sachbuch vorgesehen?
  • Braucht das Buch Illustrationen? Zeichnungen oder Fotos? Warum sind sie wichtig für den Verkaufserfolg des Buchs?

Im Folgenden findest du eine detaillierte Übersicht aller Teile, die ein gutes Exposé ausmachen.

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Der Arbeitstitel deines Ratgebers bzw. Sachbuchs

Bestimmt hast du dir Gedanken gemacht, wie dein Buch heißen soll. Das kommt ganz an den Anfang deines Exposés. Auch ein Untertitel kann hier formuliert werden. Auch wenn die Titelformulierung erst später so richtig zum Thema wird, wenn dein Buch in der Vorschau angekündigt werden soll und das Cover layoutet wird, ist es wichtig, hier etwas hinzuschreiben, das deinem Anliegen entspricht. Nicht allzu häufig wird dein Ratgeber bzw. Sachbuch dann genau diesen Titel tragen, aber das wird sich zeigen. Aber du kannst die Aufmerksamkeit der Redaktion auf dein Exposé ziehen, wenn du einen knackigen treffenden Titel findest.

Die Inhaltsbeschreibung darf im Exposé auch nicht fehlen

Hier erzählst du, wovon dein Buch handeln soll. Gibt es eine Kernthese, ein zentrales Thema? Welches Problem löst es für den Leser? Wie hilft es dem Leser? Worüber informiert es ihn? Stell dir bei der Formulierung vor, du würdest bei einer Party zufällig einen Lektor deines Traumverlags kennenlernen und ihm in wenigen Sätzen erklären wollen, wie dein Buchprojekt aussieht.

Sag auch etwas hierzu: Was ist der Nutzen deines Ratgebers oder Sachbuchs? Warum ist es wichtig, dass dieses Buch verlegt wird (obwohl es doch schon viele Bücher zu diesem Thema gibt)? Was ist dein USP – Unique Selling Point? Also was wird in deinem Buch anders – und besser – sein als in anderen zu diesem Thema? Dazu musst du recherchieren, was es schon auf dem Buchmarkt gibt. 

Eine halbe bis eine ganze Normseite sind für diesen Teil des Exposés sinnvoll.

Die Zielgruppe deines Ratgebers bzw. Sachbuchs

Für wen schreibst du das Buch? Welche Menschen könnten an dem Thema interessiert sein und haben das Bedürfnis, dazu einen Rat zu bekommen? Wenn möglich, recherchiere, wie viele potentielle Käufer es gibt (z. B. bei einem Ratgeber über Trennung – wie viele geschiedene Ehen gibt es jährlich in Deutschland; bei einem Sachbuch über Veganismus – wie viele Veganer gibt es laut Statista in Deutschland). Lies hierzu auch gerne meinen Blogpost Warum man beim Schreiben an die Zielgruppe denken sollte

Die Gliederung deines Ratgebers bzw. Sachbuchs

Auch wenn du noch kein fertiges Manuskript brauchst, eine klare, übersichtliche und logische Gliederung ist für einen Ratgeber bzw. Sachbuch unerlässlich. Eine Gliederung kannst du dir vorstellen wie ein Inhaltsverzeichnis. Es sollte mindestens zwei Überschriftenebenen haben, besser drei. Du wirst sehen, dass dieser Teil Zeit braucht und aufwändig ist, aber es lohnt sich. 

Wenn du diese Gliederung in einer guten Hierarchie und logischen Reihenfolge erstellst, kannst du dich während des Schreibprozesses quasi daran entlang hangeln. Meistens nimmt man beim Schreiben die eine oder andere Änderung und Umstellung vor, aber darum geht es in diesem Stadium nicht. Es geht darum, sich das ganze Buch vorzustellen und es in Gedanken zu füllen. Eine gute Gliederung hat einen gut erkennbaren roten Faden. Aneinandergereihte Themenblöcke hingegen sprechen einen Lektor nicht an und  wird dir keine positive Rückmeldung bescheren. Nimm dir für diesen Teil des Exposés Zeit und überarbeite ihn nach einigen Tagen nochmal.

Bei Verlagen anzurufen und dein Buch vorzustellen traust du dich nicht? Doch, das kannst du auch.

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Eventuelle Illustrationen in deinem Ratgeber oder Sachbuch

Braucht der Inhalt erklärende Zeichnungen oder Fotos? Oder vielleicht stellst du dir vor, dass stimmungsvolle Bilder den Grundton des Buchs unterstützen. Wenn du selbst über solches Bildmaterial verfügst bzw. es zur Verfügung stellen kannst, schreib das dazu. Illustrationen verursachen in der Produktion Mehrkosten, also musst du gut begründen, warum sie in dein Buch hineingehören und ob du eventuell selbst für sie sorgen kannst.

Der Teil „Über mich“ darf im Exposé nicht fehlen

Dem zuständigen Redakteur wird es viel leichter fallen dein Buchkonzept zu beurteilen, wenn du ihm auch etwas über dich erzählst. Bist du vielleicht Experte auf dem Gebiet? Oder arbeitest du mit anderen Menschen in diesem Bereich? Bloggst du erfolgreich dazu? Welche deiner Kenntnisse, Ausbildungen und Rollen qualifizieren dich als Autor für dieses Thema?

Hier ein kurzer Ausflug in die Rubrik, mit der ich vor allem zu tun habe, nämlich Ratgeber für Eltern. Manchmal höre ich in Gesprächen mit einer potenziellen Autorin, sie sei ja „nur“ Mutter und hätte keine Ausbildung oder ein Studium in Pädagogik oder Familientherapie vorzuweisen. Das ist auch nicht nötig! Wer über Jahre hinweg tagaus tagein für seine Kinder sorgt und sie begleitet, ist qualifiziert, ein Buch über ein Familienthema zu schreiben. Ähnliches gilt für jede Art von Tätigkeit, die man seit Jahren erfolgreich praktiziert. Da ist man einfach Experte!

Falls du schon etwas veröffentlicht hast oder regelmäßig bloggst, solltest du das natürlich auch in deinem Exposé erwähnen, also Blogname, Buchtitel oder Zeitschrift. Für den zukünftigen Verkauf deines Ratgebers bzw. Sachbuchs ist es gut, wenn du schon eine Autorenmarke bist und/oder Newsletter-Abonnenten, Seminarteilnehmer oder Facebook-Gruppen hast, die dich kennen. Das stellt Umsatz in Aussicht, den man über diese Kanäle generieren kann.

Dein Name und deine Mailadresse

Vergiss nicht, eine Kopfzeile mit deinem Namen und Kontaktmöglichkeiten anzugeben, also Mail und Telefonnummer, und ein Datum. Am besten steht in der Kopfzeile auch der Arbeitstitel. Außerdem würde ich auch ein Copyright-Zeichen einfügen. Ich empfehle explizit die Kopfzeile, denn so lassen sich eventuell herumfliegende einzelne Seiten deines Buchangebots immer gut zuordnen.

Viel Erfolg!

Du willst noch besser verstehen, wie sich die Einsendung von Manuskript und Exposé unterscheiden? Dann schau mal hier: Manuskript oder Exposé – was verschicke ich?

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